Die Prozesskostenrechnung im Rechnungswesen

Eine genaue Analyse der Kosten eines Unternehmens ist unerlässlich zur Verbesserung der Preiskalkulation. Die Prozesskostenrechnung berücksichtigt sämtliche Kosten, die bei einem Produkt oder auch einer Dienstleistung anfallen, um Einsparungen und Verbesserungen wirksam umsetzen zu können und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Genaue Kalkulation durch die Prozesskostenrechnung

Der Gemeinkostenanteil ist gegenüber den Einzelkosten für ein Produkt stetig angestiegen und beträgt heute bereits 3/4 der Kosten. Unter Gemeinkosten versteht man solche Kosten, die keinem einzelnen Prozess zugeteilt werden können. Um einen effizienten Ressourcenverbrauch sicherstellen zu können, bedarf es einer klaren Kostentransparenz der indirekten Kosten. Erreicht wird dies durch ein Kosteninformationssystem, dass die Leistungs- und Bewegungsdaten bereitstellt.

Die Prozesskostenrechnung schließt indirekte Leistungen mit ein, die sich wiederholende Kosten verursachen. Als nächstes wird dieser Bereich auf Kostentreiber untersucht, die als leistungsmengenindiziert (lmi) definiert werden. Gemeinkosten, bei denen kein Kostentreiber identifiziert werden kann, gelten als leistungsneutrale Bereiche (lmn).
Durch Befragungen. Analyse der Dokumente und dem Abgleich vorliegender Analyseergebnisse werden Informationen zum Aufwand und Zeitbedarf der einzelnen Schritte ermittelt. Durch die Zusammenfassung der zusammengehörenden Tätigkeiten entsteht so ein Überblick über einen Teilprozess. Bei Zusammenführung der Teilprozesse mit denselben Kostentreibern werden die Kosten der Hauptprozesse übergreifend sichtbar.

Prozesskostenrechnung in der Praxis
Die Selbskosten eines Produktes oder einer Dienstleistung setzen sich aus den direkten Kosten, wie Materialkosten und Löhne, sowie den indirekten Kosten oder Gemeinkosten, wie etwa Mieten und Reinigungspersonal, zusammen. Eine typische Kette läuft etwa über Wareneingang – Lagerung – Bestandsverwaltung – Auftragsannahme – Versandabwicklung. Diese Bereiche können wieder weiter unterteilt werden. Beispiel: Die Versandabwicklung ist in die Bereiche Verpackung, Dokumentenerstellung und Übergabe an den Dienstleister unterteilt. Aus diesen Teilprozessen werden die Kostentreiber ermittelt, die jeweils einem Hauptprozess zugeordnet werden.

Um den die Prozessgemeinkosten verursachungsgerecht zuteilen zu können werden die Kosten für alle Teilprozesse dem jeweiligen Hauptprozess zugeordnet. Kosten, die nicht mengenmäßig zugeordnet werden können, wie etwa die Abteilungsleitung, werden proportional umgelegt. Die so ermittelten Gemeinkosten plus die umgelegten Kosten ergeben die Teilprozessgemeinkosten. Der Teilprozesskostensatz ergibt sich aus der Anzahl der Vorgänge und dient bei der Kalkulation neuer Aufträge als Nennwert. Durch diese möglichst genaue Kostenermittlung werden dem Kunden nur die Kosten in Rechnung gestellt, die er tatsächlich verursacht.
Die Schritte der Prozesskostenrechnung

– Unterteilung von Teilprozessen, die auch Gemeinkosten verursachen
– Festlegung der verursachten Kosten durch möglichst genaue Zuordnung auf die Teilprozesse
– Kostentreiber werden als Maßgrößen festgelegt, die eine mengenmäßige Zuordnung zulassen
– Prozesskosten plus an der Maßgröße kalkulierte verursachte Kosten ergeben die